Dienstag, 20. November 2018

Favorite Games #1: Life is Strange

Da ich es am Wochenende mal wieder in 2 Tagen durch gesuchtet habe dachte ich mir, dass ich ja eigentlich mal was zu einem meiner all-time favourites Life is Strange schreiben könnte. Gesagt, getan. Natürlich kann man mittlerweile alles wissenswerte und weniger wissenswerte zu dem Spiel beim großen G und auch beim großen W nachlesen, dennoch möchte ich meine eigene Perspektive mal niederschreiben.




Das Grundlegende zum Spiel an und für sich;

Life is Strange ist ein 3-D Adventure aus dem Hause Dontnod Entertainment das im Jahr 2015 für Xbox 360, Xbox One sowie PlayStation 3 und 4 erschienen ist. Gespielt wird aus der Third-Person Perspektive im Single-Player Mode. Life is Strange ist, ähnlich wie eine Serie, unterteilt in 5 sog. Episoden.Ursprünglich wurden die Episoden getrennt voneinander über das Jahr 2015 verteilt released so das man sie auch aktuell noch sowohl einzeln als auch im Bundle über den Store erwerben kann. Life is Strange bietet durch Multiple-Choice in Gesprächen und Interaktionen die Möglichkeit den Verlauf der Geschichte (im vorgegebenen Rahmen) zu beeinflussen und damit zu zwei alternativen Enden für die Story zu gelangen. Erhältlich ist das ganze übrigens mit englischem Audio und Subs in deutsch, französisch, italienisch und spanisch. Akustisch untermalt wird das Game außerdem von angenehmen Indie-Sounds.


Handlung und Hintergrund (SPOILER);

Das Spiel startet mit einer Videosequenz in der wir sehen, wie die kleine Stadt Arcadia Bay von einem heftigen Orkan zerlegt wird. Genau dort, spielt auch die Story von "Max" in deren Rolle wir für die Reise durch das Game schlüpfen. Mit ende der Videosequenz befinden wir uns dann als Max im Klassenzimmer ihrer Schule/Uni. Als die Stunde endet begibt Max sich zur Mädchentoilette wo die eigentliche Story mit dem hereinfliegen eines blauen Schmetterlings ihren Anfang nimmt. Max wird Zeugin einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen einem Mitschüler - der für die weitere Handlung wichtig bleibt - und ihrer besten Freundin. In der Verzweiflung und dem Schock über das, was sie gerade gesehen hat entdeckt Max dann das worauf das eigentliche Spielerlebnis aufbaut, nämlich ihre Fähigkeit die Zeit zurück zu drehen um Ereignisse zu verhindern oder Entscheidungen zu ändern. Im gesamten Verlauf geht es im wesentlichen - meiner Meinung nach - um die Beziehung zwischen Max und ihrer besten Freundin Chloe. Allerdings haben sich die Entwickler was nettes ausgedacht um die ganze Sache in eine, durchweg spannende Storyline zu verpacken. Nach dem Max mit ihrer neu entdeckten Fähigkeit die Auseinandersetzung zwischen ihrem Mitschüler und Chloe verhindert hat, rutscht sie immer Tiefer in eine relativ düstere und Geheimnisvolle Geschichte die sich an ihrer Schule abspielt. Im Verlauf der Story treffen wir auf Mobbing, Mord, Drogen und einiges anderes was das gesamte Spiel zu einer spannenden "Detektivarbeit" werden lässt. Auch wenn es sich die ganze Zeit über, irgendwie um Max' beste Freundin zu drehen scheint geht es im wesentlichen eigentlich darum, das wir versuchen mit Schnüffelei und den richtigen Entscheidungen einem großen Verbrechen und seinem Täter auf die Spur zu kommen. Immer wieder reisen wir in der Zeit zurück um schlimme Ereignisse rückgängig zu machen oder falsche Entscheidungen zu ändern und man möchte meinen das bei jeder Reise durch die Zeit, das Chaos nur größer wird. Übertreibt es Max mit ihren Zeitreisen, bekommt sie Nasenbluten, starke Kopfschmerzen und wird manchmal auch ohnmächtig. Klar, das irgendwann - Richtung Spielende - das ganze völlig ausartet, so befinden wir uns in der letzten Episode in einer Art "Zeitschleife" in der wir vor allen "Bösewichten" die uns im Lauf der Story begegnet sind fliehen müssen wie in einer Art Labyrinth um schließlich am Ende die Finale Entscheidung treffen zu müssen, ob wir unsere Freundin Chloe oder die gesamte Stadt opfern wollen um alles was die Reisen durch die Zeit durcheinander gebracht haben, wieder grade zu rücken.

Meiner persönlichen Meinung nach, stützt sich das Spiel stark auf die Chaostheorie und den sog. Butterfly-Effect. Letzteren kennt man vielleicht aus dem gleichnamigen Film mit Ashton Kutcher und genau wie im Film, geht es bei Life is Strange darum das Aktion = Reaktion ist und jede Entscheidung in der Vergangenheit und Gegenwart, weitreichende Folgen in der Zukunft nach sich zieht. Unterstrichen wird diese Annahme davon, dass eben zu Beginn der eigentlichen Storyline der blaue Schmetterling durch das Toilettenfenster geflogen kommt und Max' Aufmerksamkeit auf sich zieht, ebenso ist dieser Schmetterling am Ende der letzten Episode das Mittel der Wahl, um das Chaos wieder rückgängig zu machen.

Alles in Allem, ist die Story sehr spannend gestaltet und bleibt über die gesamte Spieldauer interessant. Immer, wenn man denkt das man das große Rätsel an dem man arbeitet entschlüsselt hat, passiert etwas eher unerwartetes und man steht wieder bei Null. Für mich hat diese Art der Storyführung einen eindeutigen Suchtfaktor. Zudem endet jede Episode, wie eine gute Serie, mit einem Cliffhanger so das man eigentlich keine Wahl hat als weiter zu spielen. Man findet sich schnell in die Geschichte ein und wird auch emotional irgendwie abgeholt. Durch die angenehme musikalische Untermalung bekommt man irgendwann eher das Gefühl eine spannende Serie zu sehen, als ein Videospiel zu spielen. Bis auf die Labyrinth-artige letzte Episode, ist das spielen eigentlich zu keiner Zeit wirklich anstrengend oder nervig. Die Story läuft flüssig und man hängt nur selten und nie lange an den Aufgaben die einem gestellt werden fest (wie z.B. bestimmte Gegenstände oder Personen suchen etc.).


Gameplay;

Gesteuert wird der Charakter mittels linkem Analogstick während der rechte, wie wohl üblich die Kamera schwenken lässt. Über die Ansichttaste erreichen wir das Tagebuch von Max, ihre SMS und diverse Infos zum Spielverlauf. Mit LT spulen wir die Zeit individuell zurück und mit LB springen wir direkt zum letzten Ereignis. Die Auswahl der Antworten oder Handlungen erfolgt im Multiple-Choice wie meist über A. Damit ist zur Steuerung eigentlich auch schon alles gesagt, denn die ist denkbar einfach gehalten. Life is Strange ist ein 3D Adventure mit ziemlich angenehmer Grafik. Man kann sich relativ frei in der Welt bewegen und auch unabhängig von anstehenden Aufgaben Objekte erkunden, Fotos schießen, Personen ansprechen etc. Die wenigen Bereiche die nicht begehbar sind werden elegant durch Mauen, Zäune, Hecken oder verschlossene Türen abgegrenzt so das man nur selten gegen eine "unsichtbare Wand" läuft. Darüber hinaus ist die Welt ziemlich realistisch gestaltet und man sieht nur wenig Unterschied zwischen Videosequenz- und Spielgrafik.


Fazit;

Die Story ist durchweg spannend, das Spielerlebnis wird angenehm musikalisch unterstützt, das Gameplay und die Steuerung sind einfach gehalten. Der größte Reiz den Life is Strange bietet ist wohl, dass man den Verlauf der Geschichte mit der Wahl der Entscheidungen selbstständig verändern kann und es je nach Verlauf zwei verschiedene Enden für das Spiel gibt. Durch diese "Flexibilität" lohnt es sich auf jeden Fall, Life ist Strange mehr als einmal durch zu spielen auch wenn man die Kerngeschichte bereits kennt, gibt es nämlich immer wieder neues zu entdecken. Alles in allem für mich persönlich ein sehr gelungenes Spiel, wenn auch nicht mehr neu, das immer wieder Spaß macht und zumindest meines Wissens nach bisher auch nicht in vergleichbarer Form zu finden ist.*


*Wenn man vom 2017 erschienenen Prequel Life is Strange: Before the Storm und dem 2018 erschienenen zweiten Teil Life is Strange 2 absieht natürlich. 

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