Freitag, 23. November 2018

Favourite Movies #1: Fifty Shades of Grey 1-3

Heute gibt's mal was zum Thema Filme. Fifty Shades of Grey Teil 1-3 nach den Büchern von E.L. James, gehören seit dem Release des ersten Teils zu meinen absoluten Favoriten. Viele sehen diese Filme (und auch die Bücher) ja mit sehr gemischten Gefühlen oder speisen beides in erster Linie als "Hausfrauenporno" ab - meiner Meinung nach absolut ungerechtfertigt, wenn man die Story versteht. Ich möchte heute mal ein bisschen erläutern, warum ich das absolut anders sehe und warum es meiner Meinung nach in den Filmen (die Bücher lassen wir mal außen vor) eigentlich nicht um den Sex geht.



Einige Eckdaten zu den Filmen;

Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen ist als erster Teil der Trilogie am 12. Feb. 2015 mit großer Erwartung seitens der Fans in die deutschen Kinos gekommen. Es folgten Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe am 09. Feb. 2017 und Fifty Shades of Grey - Befreite Lust am 08. Feb. 2018. In den Hauptrollen finden wir den - wie ich finde - attraktiven Jamie Dornan (Christian Grey) und Dakota Johnson. Das Drehbuch zu Teil eins stammt aus der Feder von Kelly Marcel, während Teil zwei und drei das Werk von Niall Leonard - dem Ehemann von E.L. James - sind. Alle drei Teile bewegen sich in einer Spielzeit von 100-130 Minuten, sind also keine endlosen Schinken á la "Vom Winde verweht". Der FSK der drei Filme liegt bei 16 Jahren - kategorisiert werden sie im Bereich Erotikfilm, was ich persönlich etwas hoch gegriffen finden.


Zur Handlung der drei Filme (SPOILER);

Teil 1: Die 21 Jahre alte Literaturstudentin Ana, springt als Vertretung für ihre erkrankte Freundin ein um ein Interview mit dem Milliarden schweren Unternehmer Christian Grey für die Universitätszeitung zu führen. Bereits während des ersten Treffens knistert es zwischen den beiden und obwohl Grey die Studentin anfänglich auf Abstand zu halten versucht, entwickelt sich natürlich schnell mehr. Je näher sich die beiden Protagonisten kennen lernen desto klarer wird, das Mr. Grey ein schlüpfriges, dunkles Geheimnis hütet. Im Laufe des Films, bekommt man einen ersten Einblick darin, dass Christian nicht nur sein hauseigenes BDSM-Studio unter dem Deckmantel von Verträgen und Verschwiegenheitsvereinbarungen versteckt sondern auch eine düstere Kindheit mit sich herum trägt die ihn immer wieder einholt.

Teil 2: Natürlich kam es bereits in Teil 1 wie es kommen musste und der düstere, geheimnisvolle Christian und die mausgraue Literaturstudentin, die mittlerweile Lektorin in einem seattler Verlag ist sind ein Paar geworden. Auch im zweiten Teil dreht es sich immer wieder um Christians düstere Vergangenheit und schon die erste Szene des Films, holt uns genau dort ab nämlich in einer Traumsequenz in der Christian ein Ereignis aus seiner schrecklichen Kindheit durchlebt. Geprägt wird die Handlung des zweiten Teils durch deutlich mehr Action und Thrill für den nicht zuletzt die Ex-Sub von Christian und der schmierige Vorgesetzt von Ana verantwortlich sind. Aber auch deutlich mehr Lovestory finden wir im zweiten Teil der Reihe.

Teil 3: Im dritten Teil bleibt es spannend. Die Situation um den mittlerweile ehemaligen Boss von Ana spitzt sich in diesem Teil immer weiter zu, was für ein ziemliches Thriller-Feeling sogt. Natürlich darf aber auch hier das große Drama zwischen Ana und Christian nicht zu kurz kommen, was seinen Gipfel unter anderem darin findet das sie plötzlich unerwartet schwanger wird. Für Christian eine absolute Katastrophe, sieht er sich selbst auf Grund seiner furchtbaren Kindheit doch überhaupt nicht in der Lage ein Vater zu sein. Der dritte Teil der Reihe bietet deutlich mehr Drama und Thriller als er eigentlich Erotik bringt, aber natürlich kommen wir auch hier auf unsere Kosten.

Anmerkung: In allen drei Teilen, gibt es mal mehr und mal weniger ausführlich dargestellte Sexszenen, zum Teil mit BDSM-Elementen. Meiner Meinung nach, macht sie das wenn man über den Tellerrand hinaus blickt aber trotzdem noch lange nicht zu Erotikfilmen, dafür gibt es eindeutig zuviel Story außerhalb des Schlaf- / Spielzimmers. 


Meine Meinung zu den Filmen;

Zur Story;

Vorweg sollte man sich meiner Meinung nach vor Augen halten, dass die Fifty Shades of Grey Bücher ursprünglich als Fanfiction zu den allseits bekannten Twilight Filmen mit Kirsten Stewart und Robert Pattinson geschrieben wurden. Das merkt man auch in den Filmen sehr deutlich, wenn man Twilight kennt. Es gibt sehr viele Parallelen zwischen den Geschichten und manche bösen Zungen behaupten, Christian ist eigentlich nur die menschliche, stinkend reiche Fassung von Vampir Edward. Eben nur etwas traumatisierter und "perverser". Während Twilight von der Storyline wohl die "Liebesfilme" für die Tennagertochter waren, sind die Fifty Shades of Grey Filme eher was für die Mutter könnte man sagen. Kritiker sind der Meinung es handelt sich bei der Trilogie um "Hausfrauenpornos", dass sehe ich allerdings anders. Klar, es geht natürlich oft um Sex und insbesondere der Einblick in das "verbotene" was uns hier mit zu Hilfenahme der BDSM-Szene vermittelt wird gibt dem ganzen natürlich einen guten Schwung an Erotik.
Für mich persönlich, geht es in den Filmen (und Büchern) aber um was anderes. Die Erotik ist meiner Meinung nach nur eine, von der Autorin clever gewählte, Hook um den Zuschauer einzufangen. Eigentlich bräuchte es diesen aber nicht in dem Maß denn es geht in der Story viel mehr um Liebe, Vertrauen und um das Zusammenfinden eines Menschen der ein schreckliches Trauma mit sich trägt und einer etwas weltfremden, grauen Maus. Der finanzielle Aspekt, der Reichtum von Christian, ist für mich ebenso wie der Sex nur eine Art das ganze nicht zu sehr nach Drama aussehen zu lassen. Theoretisch könnte Christian auch ein armer Schlucker sein. Viele Angehörige der realen BDSM-Szene schrien laut auf, über die "Verunglimpfung" und die unrealistische Darstellung von BDSM in diesen Filmen. Es heißt das die Art und Weise wie Grey in der Geschichte Ana quasi dazu überredet mit ihm seine Neigung auszuleben, sei weit entfernt von dem was für einen richtigen BDSMler an oberster Stelle steht; nämlich dem Kredo sane, safe and consensual was soviel bedeutet wie sicherheitsbewusst, bei klarem Verstand und einvernehmlich. Ich sehe mich da eher in einem Zwiespalt. Für eine reine D/s-Beziehung (fragt das große G) mag diese Auffassung sicherlich stimmen, Christian legt Ana den Vertrag vor bevor sie eigentlich weiß was Sache ist und drängt sie immer wieder dazu, sich darauf einzulassen was absolut nicht zu  "einvernehmlich" passt. Es gibt vor jeder Session (fragt nochmal das G) Wein oder andere Drinks was nicht unbedingt für "klaren Verstand" spricht. Aber, betrachtet man das ganze aus der Perspektive der Liebesbeziehung die sich zwischen den beiden entwickelt und um die es eigentlich vornehmlich geht, rücken diese Dinge in ein weicheres Licht.

Zur filmischen Umsetzung;

Kennt man die Bücher, ist man sicherlich erstmal enttäuscht. So sind im ersten Drehbuch viele, für einen Leser, vermeintlich wichtige Szenen aus dem Buch im Film einfach weg rationalisiert worden. Das ändert sich in Teil 2 und 3 denn hier stammt das Drehbuch aus der Feder des Ehemanns der Buchautorin. Leider fühlt man sich mit der umfangreicheren Story aber auch nicht so richtig wohl denn, da spreche ich nur für mich, bei den beiden Fortsetzungen fühlt man sich auf Grund der Storydichte und der verhältnismäßig kurzen Laufzeit der Filme sehr durch die Handlung geprügelt und gehetzt. Was von Niall Leonard sicher gut gemeint und von E.L. James vermutlich gewollt war, erweist sich für den Zuschauer als ziemlich hektisch. Liest man die Bücher, wird man besonders in Teil 2 und 3 sehr stark emotional abgeholt und eingebunden; hat ja schon fast jeder mal irgendwann die Erfahrung gemacht eine Beziehung mit einem etwas verkorksten Partner einzugehen. Leider schaffen die Filme das nicht wirklich, da man einfach nicht die Zeit bekommt sich emotional in die Szenen einzufinden. Kaum rutscht man gefühlsmäßig in die aktuelle Situation rein, geht es auch schon weiter im Text. Das kann leider auch die sehr schöne und auch gut gewählte, musikalische Untermalung nicht mehr retten. Die Kulissen sind ein absolutes Highlight und kommen dem, was man sich beim lesen der Bücher vorstellt wirklich nah. Auch die schauspielerische Leistung und die Kameraführung sind absolut top, ins Besondere wenn man sich den Content dabei vor Augen hält. Man wird, besonders bei den erotischen Szenen, gut eingefangen ohne das man das Gefühl bekommt in einem billigen Porno zu sitzen.


Fazit;

Für wirkliche Ana und Christian Fans die die Bücher verschlungen haben und lieben, würde ich sagen sind die Filme vielleicht nicht unbedingt das was man sich erhofft, aber trotzdem Pflicht. Man sollte, wenn man die Bücher gelesen hat mit geringen Erwartungen an die Filme gehen.
Für jeden der die Bücher nicht kennt und auf spannende, dramatische und auch durchaus erotische Liebesgeschichten steht, sind die Filme allerdings sehr zu empfehlen! Die Besetzung ist passend, die Story ist auf jeden Fall fesselnd und wenn man sich darauf einlässt auch durchaus emotional mitreißend. Ebenso ist, wie schon gesagt die musikalische Untermalung wirklich toll, trifft man doch in allen drei Teilen auf bekannte Klassiker wie z.B. The Scientist von Coldplay oder Witchcraft von Frank Sinatra, die das Gesehene genau in die richtige Stimmung rücken. Alles in allem, würde ich die Filme auf jeden Fall empfehlen und für mich persönlich sind sie - alle schon unzählige Male gesehen - absolute Favoriten; eben einfach, weil sie für wirkliche Fans der Bücher ein Muss sind. Mir persönlich gefällt die Geschichte hinter dem erotischen Content sehr so das ich auch gut und gerne über die oben erwähnten Probleme der filmischen Umsetzung hinwegsehen kann.

Zumal der halb nackte Jamie Dornan eben einfach auch nicht von schlechten Eltern ist. 😁

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