Donnerstag, 25. April 2019

[Werbung] Vor aller Zeit - Zweiundzwanzig Gedichte zur Ankunft eines Kindes - Buchrezension



[Werbung | unbezahlt] Ich wurde letzten Monat vom Allitera Verlag angeschrieben und habe freundlicherweise mal wieder eine Rezensionsausgabe angeboten bekommen, die ich natürlich dankend und gern angenommen habe. 
Diesmal geht es aber nicht um ein Kinderbuch sondern um ein Buch dass sich eher an Eltern bzw. Erwachsene im Allgemeinen richtet.
Was ich von dem Buch Vor aller Zeit - Einundzwanzig Gedichte zur Ankunft eines Kindes von Ludwig Steinherr halte und worum es in dem Buch geht, erfahrt ihr hier heute. 



[Werbung | unbezahlt: Für diesen Post wurde mir eine kostenlose Rezensionsausgabe vom Verlag zur Verfügung gestellt. Es finden sich sowohl namentliche Erwähnungen als auch ein Link. Die Rezension wurde nicht finanziell vergütet und alle zu lesenden Meinungsäußerungen entsprechen meiner persönlichen Meinung.]


Über den Autor

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hält Ludwig Steinherr für „den eindringlichsten Lyriker der Gegenwart“. Geboren wurde Steinherr 1962 in München. Abgesehen von seiner Tätigkeit als Autor studierte er Philosophie und promovierte mit seiner Arbeit „Holismus, Existenz und Identität“ für die er außerdem auch den Alfred-Delp-Preis von der Rottendorf-Stiftung erhalten hat.

Ludwig Steinherr erhielt für seine 20 Gedichtbände bereits diverse Preise und Auszeichnungen, darunter unter anderem den evangelischen Buchpreis und den Hermann-Hesse-Förderpreis. Ebenso wurden seine Gedichte zahlreich übersetzt, beispielsweise ins Englische, Französische und Italienische. Außerdem war Steinherr bereits bei einer Vielzahl von Literaturveranstaltungen international als Gastautor anzutreffen.
(Quelle: https://www.ludwigsteinherr.com/)

Über das Buch


Bei Vor aller Zeit – Einundzwanzig Gedichte zur Ankunft eines Kindes handelt es sich, wie der Name ja bereits vermuten lässt, um einen  Gedichtband zum Thema Schwangerschaft und Geburt. Auf 40 DIN A6 Seiten im Hardcover mit Einbandumschlag finden sich kürzere und längere lyrische Texte rund um diese Themen. Der Umschlag ist mit dem Bild „mehr Meer“ von Josef A. Henselmann gestaltet. Das Buch wurde in der Auflage 2019 vom Allitera Verlag, einem Verlag der zur Buch & Medien GmbH mit Sitz in München gehört, verlegt.



Erster Eindruck


Was mir als erstes aufgefallen ist als ich das Buch erhalten habe, ist das für mein Verständnis etwas ungewöhnliche Format. Man ist es ja eher gewohnt das kleinere Bücher das übliche Taschenbuchformat mitbringen; Vor aller Zeit ist allerdings im DIN A6 Format gedruckt und meine Ausgabe ist eine gebundene Fassung. Grundsätzlich finde ich persönlich gebundene Bücher machen immer etwas mehr her als einfache Softcover Taschenbücher. Allerdings liegt das Buch auf den ersten Eindruck durch das gewählte Format in Konstellation mit dem Hardcover eher unkomfortabel in der Hand. Der Umschlag ist allerdings schön gestaltet und sehr schlicht gehalten. Was mir ebenfalls etwas ungewohnt erschienen ist war die Tatsache dass sich das Inhaltsverzeichnis am Ende des Buchs befindet. Ich kenne dass so eigentlich nur von z.B. Kochbüchern, muss allerdings zugeben das ich noch nicht allzu viele Gedichtbände gelesen habe und dementsprechend nicht unbedingt darüber urteilen kann ob das so vielleicht normal ist. Auf dem Umschlag findet sich außerdem der Klappentext, welcher ein ganzes Gedicht aus dem Buch umfasst.

                    „Hand des Neugeborenen
Wie sie sich öffnet
schließt
wie sie umhergreift
blind
im sanften Rhythmus –
eine Seelilie
die sich ernährt
vom Staunen“
(Quelle: Klappentext, Vor aller Zeit – Einundzwanzig Gedichte zur Ankunft eines Kindes)

Inhalt


Da es sich um keine Geschichte handelt sondern um ein Gedichtband möchte ich hier keine Zusammenfassung in dem Sinne geben. Jedes Gedicht des Buchs findet seinen Platz auf einer eigenen Seite, die Gedichte sind im Durchschnitt eher kurz gehalten so dass die meisten nicht über eine Seite hinausgehen.



Meine persönliche Meinung zum Buch


Nachdem ich die Gedichte, jedes für sich, ziemlich eingängig studiert und größtenteils mehrfach gelesen habe denke ich, dass wir mit Vor aller Zeit ganz offensichtlich kein Buch für Jedermann vor uns haben. So einfach Steinherr seine Wortwahl auch hält, es finden sich eigentlich keine lyrischen Verschnörkelungen in den Texten, so komplex sind die Gedichte dann trotzdem in ihrer tieferen Bedeutung. Beim Namen des Buchs Vor aller Zeit – […] Gedichte zur Ankunft eines Kindes würde man unter Umständen ein paar nette, kleine Gedichte und Sprüchlein für die Glückwunschkarte zur Geburt erwarten.
Allerdings würde man von Steinherrs Gedichten wohl eher keins in eine Glückwunschkarte schreiben. Die Gedichte sind sehr tiefgründig und teilweise sehr detailreich und direkt. So finden sich zum Beispiel vergleichsweise harte Worte wie Kanüle und Skalpell in einem der Gedichte; in dem es um den Kaiserschnitt geht. Meiner Meinung als Mutter nach nicht unbedingt etwas das frisch gebackene Eltern unter dem Satz „Wir gratulieren zur Geburt“ lesen möchten.

Fazit und Empfehlung


Alles in allem sind die Gedichte für meinen Geschmack sowohl in ihrer Form als auch inhaltlich eher speziell. Das Buch ist optisch ansprechend gestaltet und – abgesehen vom ungewöhnlichen Format – wirklich hübsch. Meinen persönlichen Geschmack treffen die Gedichte selbst allerdings eher nicht. Mir ist die Wortwahl oft zu roh und direkt da ich persönlich eher das lyrische Chichi á la Hesse oder Wedekind bevorzuge.
Allerdings würde ich das Buch wirklich jedem sehr empfehlen der sich für schnörkellose Lyrik mit Tiefgang, eben ohne Chichi, begeistert. Für Kinder sind die Gedichte definitiv nicht geeignet, aber eben auch nicht gedacht.
Alles in allem ist Vor aller Zeit, für die richtige Zielgruppe, sicherlich ein schöner und durchaus sehr empfehlenswerter Gedichtband von einem aufstrebenden Lyriker dieser Zeit.




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